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Pastrami selber machen im Räucherofen

Schritt-für-Schritt Anleitung
13. April 2026 durch
Joshua Mack
| Noch keine Kommentare
🥩 BBQ Guide

Pastrami selber machen im Räucherofen – saftig, würzig und sauber erklärt

Pastrami gehört zu den stärksten Räucherprojekten überhaupt: kräftige Würze, feine Rauchnote und – wenn der Ablauf stimmt – butterzartes Rindfleisch. Mit einem Räucherofen kannst du Pastrami sehr gut selbst herstellen und Geschmack, Würzung und Gargrad exakt steuern.

In diesem Beitrag zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du Pastrami im Räucherofen selber machst – mit präziser Pökelmenge, sinnvoller Gewürzkruste und einem Finish, das wirklich für Zartheit sorgt.

🧂 Zutaten für dein Pastrami

Für das Pökeln

  • 1,5–2 kg Rinderbrust (Brisket) oder Tafelspitz
  • 30–35 g Nitritpökelsalz pro kg Fleisch
  • 5 g Zucker pro kg Fleisch (optional)
  • 2–3 g Knoblauchpulver pro kg (optional)

💡 Wichtig: Beim Pökeln wird bewusst nur die Basis gewürzt.

🌶️ Gewürzkruste (Rub)

  • 12 g schwarzer Pfeffer (grob) pro kg Fleisch
  • 10 g Koriander (grob zerstoßen) pro kg Fleisch
  • 4 g Knoblauchpulver pro kg
  • 3 g Zwiebelpulver pro kg
  • 2 g Senfpulver oder Senfsaat pro kg
  • 2 g brauner Zucker pro kg
  • Paprika oder Chili nach Geschmack (optional)

Die Gewürzkruste ist der Hauptgeschmacksträger beim Pastrami. Pfeffer und Koriander bilden die Basis, die restlichen Gewürze runden ab.

💡 Tipp: Rub nicht einmassieren, sondern kräftig andrücken. Die Kruste darf ruhig dick sein.

🔪 Schritt 1: Fleisch pökeln

Reibe die Rinderbrust gleichmäßig mit 30–35 g Nitritpökelsalz pro kg Fleisch ein. Optional kannst du pro kg noch etwa 5 g Zucker sowie etwas Knoblauchpulver ergänzen.

👉 Danach:
  • Fleisch vakuumieren oder luftdicht verpacken
  • Für 5–7 Tage im Kühlschrank lagern
  • Täglich wenden

💡 Tipp: Exakte Pökelmengen liefern deutlich bessere und reproduzierbare Ergebnisse als „großzügig einreiben“.

💧 Schritt 2: Abspülen, optional wässern & trocknen

Nach dem Pökeln gehst du so vor:

  • Fleisch gründlich abspülen
  • Optional 30–60 Minuten wässern – aber nur, wenn du Salz reduzieren willst
  • Anschließend trocken tupfen
  • Danach 12–24 Stunden offen im Kühlschrank trocknen lassen

Ziel ist eine leicht trockene, leicht klebrige Oberfläche. Diese sogenannte Pellicle verbessert die Rauchaufnahme deutlich.

💡 Tipp: Wässern ist kein Muss. Wenn sauber dosiert gepökelt wurde, reicht oft einfaches Abspülen.

🌶️ Schritt 3: Gewürzkruste (Rub) auftragen

Ein klassischer Pastrami-Rub besteht vor allem aus:

  • 50 % grob gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 50 % grob zerstoßener Koriander
  • Optional: etwas Knoblauchpulver
  • Optional: etwas Senfpulver oder Senfsaat

Das Fleisch rundum kräftig mit der Mischung bedecken und die Gewürze gut andrücken. Die Kruste darf ruhig deutlich sichtbar sein.

🔥 Schritt 4: Pastrami im Räucherofen räuchern

👉 Einstellungen:
  • Temperatur: 110–120 °C
  • Holz: Buche, Hickory oder eine milde Mischung
  • Aktive Rauchphase: ca. 2–3 Stunden
👉 Ziel der ersten Phase:

Kerntemperatur: ca. 65–70 °C

Gib anfangs sauber Rauch auf das Fleisch. Nach den ersten 2–3 Stunden reicht meist die Hitze zum Weitergaren – zu viel Rauch kann das Ergebnis schnell bitter machen.

💡 Tipp: Lieber sauber und kontrolliert räuchern als permanent Vollgas geben.

♨️ Schritt 5: Finish für perfekte Zartheit

Sobald das Fleisch etwa 65–70 °C Kerntemperatur erreicht hat, folgt die zweite Phase:

  • Pastrami in Butcher Paper einwickeln
  • Bei ca. 90 °C weitergaren
  • Bis zu einer Kerntemperatur von 90–95 °C ziehen lassen

👉 Ergebnis: deutlich saftigeres und zarteres Pastrami.

💡 Tipp: Genau dieser Schritt macht oft den Unterschied zwischen „ganz gut“ und „richtig stark“.

⏳ Schritt 6: Ruhephase

  • Nach dem Garen mindestens 30–60 Minuten ruhen lassen
  • Für saubere Scheiben am besten anschließend vollständig abkühlen lassen
  • Noch besser: über Nacht im Kühlschrank lagern und erst dann aufschneiden

So verteilt sich der Fleischsaft besser und das Pastrami lässt sich deutlich sauberer schneiden.

🍽️ Servieren – so schmeckt Pastrami am besten

  • Dünn aufschneiden – das ist wirklich entscheidend
  • Perfekt für Sandwiches, Burger oder als feiner Aufschnitt
  • Sehr gut mit Senf, Gurken und kräftigem Brot

💡 Warum sich ein Räucherofen dafür lohnt

Mit einem Räucherofen kannst du:

  • Rauchgeschmack gezielt steuern
  • Fleisch schonend und gleichmäßig garen
  • Pastrami mit echter BBQ-Qualität zuhause herstellen

👉 Gerade bei Pastrami zeigt sich, wie viel Kontrolle ein guter Räucherofen bringt.

❓ FAQs – Häufige Fragen

Muss ich Pastrami nach dem Pökeln immer wässern?

Nein. Wenn die Pökelmenge sauber dosiert ist, reicht oft einfaches Abspülen. Wässern ist eher eine Korrekturmaßnahme bei zu starkem Salzgehalt.

Welches Holz eignet sich am besten?

Buche ist mild und sehr gut kontrollierbar. Hickory bringt ein kräftigeres Raucharoma. Für viele ist eine eher milde Rauchführung die bessere Wahl.

Warum wird mein Pastrami trocken oder zäh?

Meist liegt es an zu hoher Temperatur, zu wenig Ruhezeit oder daran, dass das Fleisch nach der Rauchphase nicht bis in den Bereich von 90–95 °C weitergezogen wurde.

Kann ich Pastrami einfrieren?

Ja. Am besten portionsweise und möglichst luftdicht verpackt, idealerweise bereits in Scheiben.

Wie schneide ich Pastrami richtig?

Möglichst dünn und immer quer zur Faser. Vollständig gekühltes Pastrami lässt sich dabei deutlich sauberer schneiden.

Pastrami vakuumiert
Thermometer im Pastrami
Geräuchertes Pastrami
Aufgeschnittenes Pastrami


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